Trotz der Vielzahl von Ruinenhügel, die das Ebene Kilikien prägt, wurden in der Region bislang nur wenige Ausgrabungen durchgeführt, so z. B. in Gözlü Kule bei Tarsus, Yümüktepe bei Mersin und Karatepe, allesamt zwischen den 30er und 50er Jahre.
Erst in jüngerer Vergangenheit ist eine Intensivierung der Ausgrabungstätigkeit zu beobachten. Das Bild wird durch einige Surveys ergänzt.
Diese Ausgrabungen geben zwar einen Eindruck von der kulturellen und historischen Entwicklung der Region, lieferten aber nicht die Datenmenge, die aus anderen Regionen Vorderasiens vorliegen.
Entgegen seiner durch die geographischen Gegebenheiten zu vermutenden räumlichen Isolation war Kilikien und dabei insbesondere die Kilikische Ebene sowohl während der Bronze- als auch der Eisenzeit eine kulturelle Kontaktzone und ein Mittler zwischen Nordsyrien, Zypern und dem anatolischen Hochland.

Sirkeli Höyük strategisch und verkehrstechnisch äußerst günstig gelegen,
aber nach wie vor noch zu wenig archäologisch erforscht.
Dabei können durchaus verschiedene Wechsel der kulturellen Ausrichtung Kilikiens beobachtet werden: So verschiebt sich während der Frühbronzezeit die Orientierung der kilikischen Kultur zusehends weg von der Anfangs dominierenden anatolischen hin zur nordsyrischen Kulturzone, die dann während der Mittelbronzezeit bestimmend bleibt. In der Spätbronzezeit ist wiederum eine Zunahme des kulturellen Einflusses Anatoliens zu beobachten. In der Eisenzeit ist insbesondere der Einfluss der zyprischen Keramikproduktion auf die kilikische derart auffällig, dass man geneigt ist von einer koiné zu sprechen.
Historische Informationen aus Kilikien selbst liegen angesichts der spärlichen Schriftfunde bislang nur schlaglichtartig vor: Für die Bronzezeit fehlen sie nahezu völlig und für die Eisenzeit sind sie nur in einem eng begrenzten Zeitraum im 8. Jh. vorhanden. Da aber die wenigen Belege sowie die externen Dokumente die Schriftlichkeit Kilikiens während des 2. und 1. Jt. eindeutig bezeugen, liegt hier offenkundig eine grabungsbedingte Forschungslücke vor.
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