Dem geplanten Forschungsvorhaben liegen drei generelle Fragestellungen zur Archäologie Kilikiens zugrunde, die anhand des Fallbeispiels Sirkeli Höyük untersucht werden sollen:
Die Chronologie der materiellen Kultur und die historische Entwicklung Kilikiens sind bislang nur äußerst lückenhaft bekannt. Jeder neue archäologische Fund und jede neu entdeckte Inschrift können erheblich zur Verbesserung dieser Situation beitragen. Die Erweiterung der Kenntnisse der Chronologie Kilikiens ist daher ein wichtiges Ziel.
Ziel ist es, die Entwicklung des Ortes zu rekonstruieren, um dadurch Aufschlüsse zur Urbanisationsgeschichte Kilikiens zu gewinnen. Dabei soll untersucht werden, zu welchen Zeiten der Ort städtischen Charakter aufwies, wann eine Deurbanisierung einsetzte und wann der Platz unbesiedelt war. Wesentlich dafür sind erweiterte Kenntnisse zur inneren Struktur der einzelnen Siedlungsphasen durch neue Ausgrabungen. Hierzu gehört auch die Untersuchung des Siedlungssystems durch Surveydaten, die dank der Untersuchungen von Seton-Williams, Hrouda und Salmeri vorliegen, aber unbedingt durch einen eigenen Umlandsurvey ergänzt werden müssen. Dabei kommen aktuelle geografische Informationssysteme zum Einsatz. Auf dieser Grundlage soll die Diskussion um die historische Topographie Kilikiens vorangebracht werden.
Die dritte und zentrale Frage des Forschungsvorhabens bezieht sich auf Austausch und Kulturkontakte zwischen Kilikien und seinen Nachbarn am Beispiel des Sirkeli Höyük. Dabei sind zwei Aspekte zu untersuchen:
1. Welche Einflüsse benachbarter Regionen (Zentralanatolien, Nordsyrien, Zypern, Ägäis, Westanatolien) auf die materielle Kultur Kilikiens lassen sich erkennen und welche zeitliche Entwicklung ist hier feststellbar?
2. Welche Rolle spielte Kilikien seinerseits als Impulsgeber nach außen oder als Mittler zwischen verschiedenen Kulturregionen?
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